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Ach, du dicker Eddy
New Yorks Sportler geraten immer wieder in Sex-Affären
Von Ulrike von Bülow
New York. Eddy Curry ist 2,11 Meter groß und wiegt 135 Kilo. Er ist der Center der New York Knicks, bewegt sich aber auf dem Basketballfeld wie
ein Nilpferd: sparsam. Scott Skiles, der ihn einst bei den Chicago Bulls trainierte, hat einmal auf die Frage, was Curry tun müsse, um ein guter Rebounder zu werden,
geantwortet: "Springen." Das aber muss Curry überhört haben: Bei den New York Knicks sitzt er derzeit meist auf der Bank, wegen einer Knieverletzung, die er sich nur beim
Herumstehen zugezogen haben kann. Und dabei wäre Curry, 26, nicht weiter aufgefallen, hätte er nicht neuerdings eine Klage am baumstammdicken Hals, bei der es um sexuelle
Belästigung geht - eingereicht von seinem ehemaligen Fahrer, einem Herren namens David Kuchinsky.
Dieser David Kuchinsky behauptet, Eddy Curry, verheiratet, Vater von vier Kindern, habe vor ihm das Höschen heruntergelassen und ihm den kleinen Eddy präsentiert - mit den
Worten: "Dave, Look. Come and touch it, Dave." Zudem habe Curry ihn als "weißen Sklaven" und als "verdammten Juden" verunglimpft und schulde ihm noch ein paar Gehälter.
Kuchinsky hätte gern 98 000 US-Dollar von Curry und ein bisschen Schadenersatz von den Knicks.
Es gilt die Unschuldsvermutung, natürlich. Es ist nicht auszuschließen, dass Kuchinsky bloß maximalen Druck auf Curry ausüben will, um maximalen Gewinn zu erzielen. Es soll
in den USA Anwälte geben, die zu solchen Spielen raten. Doch fragt man sich schon, warum ausgerechnet New Yorker Sportler immer wieder in solche Affären geraten. Sie könnten
ja Groupies haben, wo und wann immer sie wollen, sie könnten auch heiraten und sich scheiden lassen, so oft sie mögen, das Geld jedenfalls müsste ausreichen, sie dürfen sogar
schwul sein - all das würde in NYC niemanden kümmern. Aber all die Möglichkeiten genügen ihnen offenbar nicht.
Die Knicks sind berühmt für ihren seltsamen Sexualtrieb: Ihr einstiger Manager Isiah Thomas gab bekannt, ein schwarzer Mann dürfe eine weiße Frau niemals "Bitch" nennen,
schroff übersetzt: "Nutte", lieb übersetzt: "Schlampe". Eine schwarze Frau dürfe er aber sehr wohl so bezeichnen. Anschließend verlor Thomas einen Prozess wegen sexueller
Belästigung gegen eine einstige Vizepräsidentin der Knicks, was den Klub 11,5 Millionen Dollar kostete.
Burress schießt sich ins Knie
In jenem Verfahren erzählte der Spielmacher Stephon Marbury, dass er eine Praktikantin auf die Ladefläche eines Kleinlasters geschleift habe, wo alles so geschehen sei wie
gewünscht. Kein Mensch wusste, warum er das erzählte, vielleicht wollte er ja Thomas entlasten. "Wir sind alle so", war die Botschaft.
Bei den Giants, den Kollegen vom Football, ging es nicht direkt um Sex, aber eleganter macht das ihr Saisonende nicht. Die Giants waren das beste Team der National Football
League, als ihr Wide Receiver Plaxico Burress früh am Morgen in einem Nachtclub seine Knarre zog und sich ins Bein schoss. Wieso? Nun, logisch begründen konnte er seine Tat
nicht. Burress war sehr wichtig fürs Team - nach dem Beinschuss verloren die Giants vier von fünf Spielen, ihr letztes am vergangenen Sonntag in den Playoffs gegen die
Philadelphia Eagles.
Die Basketballer versauen sich mit ihren Skandalen immer wieder selbst ihre seltenen Geschichten von großen Siegen. Diesmal gewannen sie in New Orleans, taktisch meisterlich
und obendrein rasant, aber das interessierte niemanden mehr, als in den Katakomben der verschreckte Eddy Curry stand und erklären sollte, ob er seinem Fahrer das
Geschlechtsorgan gezeigt habe oder nicht. Er sei "schockiert", sagte Eddy Curry, und die Vorwürfe gegen ihn seien ganz und gar "unwahr". Dann meldete er sich wieder verletzt,
wegen Knieschmerzen.
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